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Die Schattenseiten des Elektroautos

Zur Herstellung von Batterien für Elektroautos werden gigantische Mengen an Lithium benötigt. Weil viele Länder in den kommenden Jahren die Elektrifizierung des Strassenverkehrs vorantreiben, wächst der Bedarf nach dem Metall stark. Unter dem grossflächigen Abbau leidet die Umwelt in Südamerika stark. Das zeigt: Ein forcierter Umstieg auf den Batterieantrieb birgt auch Gefahren.

Die Batterie eines einzigen E-Autos enthält etwa 10 Kilogramm Lithium.

Die Batterien für gegenwärtige Elektroautos bestehen zum allergrössten Teil aus Lithium. Eine einzige Batterie enthält etwa zehn Kilogramm Lithium. Das Metall muss aus dem Boden ausgegraben werden. Das hinterlässt grosse Spuren in der Landschaft. Wie der «Beobachter» schreibt, sind durch den Abbau auch die berühmten Salzwüsten im Dreieck zwischen Argentinien, Chile und Bolivien bedroht. Unter ihnen befinden sich die weltweit grössten Vorkommen von Lithium. Zur Elektrifizierung der weltweiten Automobilflotte sind sämtliche Lithium-Vorkommen nötig. Auch der Ausbau von «grünem» Strom führt zu einem wachsenden Bedarf an Lithium. Denn es sind vermehrt Batterien zur stationären Speicherung von Energie nötig.

Lithium-Abbau zerstört Ökosysteme

Aufgrund des Booms, den Elektroautos derzeit erleben, wächst die Nachfrage nach Lithium weltweit rasant – pro Jahr um 30 Prozent. Dementsprechend wird auch immer mehr abgebaut. Gemäss dem «Beobachter» verschlechtern sich die Lebensgrundlagen von Einheimischen in Südamerika durch den Lithiumabbau bereits jetzt dramatisch.

Noch keine effiziente Wiederverwertung

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Recycling von Lithium-Batterien bisher finanziell nicht lohnt. Das widerspiegelt sich auch in den Zahlen: Von 330 Tonnen Lithium-Batterien, welche die Recycling-Firma Batrec letztes Jahr gesammelt hat, stammten nur 3 Tonnen aus Elektroautos. Zwar liesse sich Lithium wiederverwerten. Doch das Verfahren ist im Vergleich zu anderen Rohstoffen aufwendig. Wie der «Beochbachter» schreibt, liefert Batrec alte Lithium-Batterien an ein Schwesterwerk in Frankreich. Dort werden aus ihnen Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Stahl, Nickel und Kobalt zurückgewonnen. Weil diese nach dem Recycling-Prozess jedoch nicht rein genug sind, können sie nicht zur Herstellung neuer Batterien verwendet werden. Lithium geht dagegen gänzlich verloren. Bis es ein effizientes Verfahren zur Wiederverwertung von Lithium-Batterien gibt, wird noch viel von dem Metall aus dem Boden gegraben werden müssen.

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