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Ohne Benzin und Diesel wird es schwierig

Diverse Energieträger werden als potentielle Nachfolger von fossilen Brennstoffen im Verkehrssektor gehandelt. Die Anforderungen sind jedoch gross und viele Technologien sind noch zu wenig ausgereift. Benzin und Diesel dürften daher nicht leicht zu ersetzen sein.

  • Alternative Energien sollen Benzin und Diesel als Treibstoffe ablösen.
  • Es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, die alle ebenfalls Nachteile haben.
  • Um die fossilen Treibstoffe ablösen zu können, braucht es mehr Zeit.

Benzin und Diesel werden im Verkehrssektor mittel bis langfristig mit alternativen Energieträgern ergänzt. Die Autos der Zukunft sollen weniger oder gar kein CO2 mehr ausstossen. Doch die Suche nach dem besten Ersatz für fossile Brennstoffe ist schwierig.

Wie sollen die Autos von morgen betrieben werden?

Elektrisch, Bio- oder synthetische Treibstoffe, Gas oder Wasserstoff – das sind die heute meist diskutierten Alternativen. Die Anforderungen sind hoch: Die Energie muss wirtschaftlich tragbar sein, eine anpassungsfähige Speicherung ermöglichen sowie jederzeit eine zuverlässige und sichere Fahrt gewährleisten. Wichtig zudem: Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt müssen so gering wie möglich sein.

Benzin und Diesel halten den Verkehr und damit die Wirtschaft am Laufen (Foto: pixabay).

Potentielle Kandidaten mit Problemen

Dank Tesla erhalten in den Medien batteriebetriebene Elektrofahrzeuge viel Aufmerksamkeit. Autos an der «Steckdose» zu laden, erscheint attraktiv. Doch die Technologie hat auch schwerwiegende Defizite. Neben den unterschätzten Kosten für den Aufbau eines flächendeckenden Mobilitätsstromnetzes oder Problemen bei hohen Minustemperaturen haben Batterien noch gravierendere Nachteile. Zu ihrer Herstellung wird beispielsweise viel Kobalt benötigt. Mehr als 50 Prozent der weltweiten Vorkommen befinden sich im Kongo. Banden und Warlords kontrollieren den problematischen Abbau, der oft durch Kinderarbeit erfolgt. Und wenn der Strom für die Elektroautos aus Kohlekraftwerken stammt, so schneiden sie auch bezüglich CO2-Bilanz schlecht ab. Die Welt ist noch sehr weit weg vom Ausstieg aus der Kohlenenergie.

Alle Technologien haben Nachteile: Das Kobalt für die Batterien von E-Mobilen stammt aus dem Kongo, wo Kinderarbeit an der Tagesordnung ist (Foto: pixabay).

Strom zur Herstellung Wasserstoff

Fahrzeuge mit einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle brauchen keine Batterie. Das bringt grosse Vorteile mit sich. Sie könnten an heutigen Tankstellen betankt werden. Auch die Zeit zum Auftanken bleibt in etwa gleich und ist damit erheblich kürzer als die Ladezeiten einer Batterie. Und das Know-how der Tankstellenbetreiber könnte für den Umstieg auf Wasserstoff genutzt werden. Allerdings ist die Herstellung von Wasserstoff energieintensiv. Fraglich bleibt, wo wir diesen Mehrbedarf an elektrischer Energie hernehmen. Auch hier gilt, kommt dieser Strom aus Kohle- oder Gaskraft, bleibt die CO2-Bilanz schlecht.

Ablösung von Benzin und Diesel braucht Zeit

Ein bisschen Grund zu Optimismus geben Hybridfahrzeuge. Verschiedene Hersteller haben in den vergangenen Jahren stark in die Entwicklung von 48-V-Bordsystemen investiert. Sogenannte Mildhybriden kommen ohne Batterien aus und benötigen keine zusätzliche Infrastruktur. Sie könnten einen grossen Beitrag zur Reduktion der Flottenemission leisten. Eines ist jedoch klar: Die Ablösung von Benzin und Diesel braucht Zeit. Ein sinnvoller Energiemix macht ökologisch und wirtschaftlich am meisten Sinn.

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