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Synfuels sind Teil der Energiezukunft

Damit die Schweiz bis 2050 klimaneutral wird, setzt die Politik auf die Elektrifizierung des Strassenverkehrs und des Heizens. Gerade in der Mobilität könnten synthetische und klimaneutrale Treibstoffe eine intelligente Ergänzung zu Batterieautos sein.

Die einseitige Fokussierung auf batteriebetrieben Autos ist tückisch. Es braucht einen Technologiemix, um die Klimaziele erreichen zu können.

Mobilität und Raumwärme verbrauchen am meisten Energie. Deshalb setzt der Bund auch im Strassenverkehr auf Elektrizität. Im Fokus steht der Ausbau an batteriebetriebenen Elektroautos. Doch es bestehen Zweifel, dass Batterieautos wirklich die klimapolitischen Heilsbringer sind. So berichtete der Beobachter kürzlich über den massiven Bedarf an Lithium, der zur Herstellung der Batterien für die Autos nötig ist. Durch den grossangelegten Abbau des Metalls sind ganze Ökosysteme in Südamerika, wo die grössten Lithium-Vorkommen der Welt unter dem Boden schlummern, bedroht.

Es braucht einen Technologiemix

Wird die komplette Wertschöpfungskette berücksichtigt, schneiden moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bezüglich Schadstoffausstoss häufig besser ab als Elektrofahrzeuge. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Die einseitige Fokussierung auf batteriebetrieben Autos ist tückisch. Es braucht einen Technologiemix, um die Klimaziele erreichen zu können. Ein weiterer Nachteil der Batterieautos ist die fehlende Infrastruktur. Ladestationen sind noch rar. Es muss ein komplett neues Netz an Ladestationen errichtet werden.

Synfuels bauen auf das Bestehende auf

Synfuels könnten eine intelligente Ergänzung zu batteriebetriebenen Autos sein. Mithilfe von Strom kann CO2 und Wasser aufgespalten werden. Daraus können klimaneutrale synthetische Treibstoffe (Synfuels) erzeugt werden, mit denen gewöhnliche Verbrennungsmotoren und Flugzeuge angetrieben werden können. Zwar ist die Technologie noch nicht marktreif, aber sie hat den gewaltigen Vorteil, dass das bestehende Tankstellennetz sowie die bestehende weltweite Flotte an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren weitergenutzt werden könnte.

Versorgungssicherheit gewährleisten

Gemäss dem aktuellsten Risikobericht des Bundes ist eine Strommangellage im Winter das grösste Risiko für unser Land. Das Risiko eines Blackouts wird umso grösser, je mehr die Schweiz im Winter aufgrund des Atomausstiegs von Stromimporten abhängig ist. Weil ihr Aggregatszustand flüssig oder gasförmig sein kann, lassen sich synthetische Treibstoffe gut lagern und transportieren. Dies ist für die Versorgungssicherheit mit Energie ein unschätzbarer Vorteil. Darum sollten auch Synfuels bei der Planung der Schweizer Energiezukunft berücksichtigt werden. Die einseitige Fokussierung auf die Elektrifizierung der Mobilität führt hingegen in eine Sackgasse.

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