Innovation

Werden sich Synfuels durchsetzen?

Prof. Roland Dittmeyer forscht seit langem an Treibstoffalternativen. In einem Interview mit dem ADAC erklärt er den Stand und die Herausforderungen der Technologie.

Der Traum vom Fliegen hängt auf absehbare Zeit mit Treibstoffen zusammen. Elektrisch betriebene Flugzeuge haben geringe Reichweite und können kaum Last transportieren. Um dennoch CO2-neutral fliegen zu können arbeiten Forscher auf der ganzen Welt an klimafreundlichen Treibstoffen.

Klimaneutrale Verbrennungsmotoren

Der synthetische Kraftstoff, auch Synfuel genannt, wird aus erneuerbarem Strom und CO2 hergestellt, das aus der Luft gefiltert wird. Damit ist er Klimaneutral, da bei der Verbrennung nur wieder das CO2 abgegeben wird, das man bei der Herstellung aus der Luft bezogen hat. Zudem enthalten sie keinen Schwefel und keine Aromaten und sind damit auch abgesehen von der CO2-Problematik sauberer. Um ausschliesslich mit Synfuels zu fahren, benötigt man spezielle Motoren. Aber schon heute können sie dem Diesel bis zu 25% beigemischt werden, um noch sauberer fahren zu können.

Herstellung braucht Energie

Für die Herstellung grosser, marktrelevanter Mengen benötigt man viel erneuerbaren Strom. Die gleichen Wüstenstaaten, die heute das Öl liefern, kommen auch für die Produktion von Synfuels in Frage. Dort kann Solarstrom für einen Bruchteil der hiesigen Kosten produziert werden. Zusammen mit aufbereitetem Meerwasser ist damit alles vorhanden, was man für einen klimafreundlichen Ölersatz benötigt.

Bald am Markt

Auch wenn noch einige Probleme bei der Skalierung und Effizienz der Herstellung gelöst werden müssen, ist mit einer Marktreife der Technologie bis 2026 zu rechnen. Ab dann sollten Schiffe, Flugzeuge und zunehmend auch PKWs sauberer unterwegs sein, ohne dass man ihre Motoren ersetzen muss.

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