Politik

Zu wenig Strom ist das grösste Risiko

In Zeiten von Corona ist das Bewusstsein für Risiken gestiegen. Gemäss dem jüngsten Risikobericht des Bundes ist eine Strommangellage das grösste Risiko für unser Land.

Gemäss Risikobericht des Bundes weist eine Unterversorgung mit Strom während der Wintermonate den höchsten Schadenserwartungswert auf.

Gemäss den Experten des Bundes ist die Wahrscheinlichkeit einer Strommangellage noch grösser als bisher vermutet. Grund dafür ist die Energiewende. In vielen Ländern Europas wird die Energieversorgung radikal umgebaut. Die Versorgungssicherheit leidet dabei enorm. Für die Schweiz ist eine Strommangellage immer noch das grösste Risiko. Und Blackouts verursachen enorme wirtschaftliche Kosten.

Blackout grösstes Risiko
Der aktuelle Risikobericht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, der am 26. November 2020 publiziert wurde, ist unmissverständlich: Ein Blackout ist das grösste Risiko und verursacht auch grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten. Von insgesamt 44 identifizierten Gefährdungen weist eine Unterversorgung mit Strom während der Wintermonate den höchsten Schadenserwartungswert auf. Langanhaltende Stromabschaltungen lassen sich zwar voraussichtlich mit Hilfe eines mehrstufigen Eskalationsplans (Sparappelle, Nutzungseinschränkungen und Kontingente für Grossverbraucher) vermeiden. Ausgeschlossen sind jedoch auch Blackouts nicht.

Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft
Seit dem letzten Bericht 2015 sind die Konsequenzen von Strommangellagen für Wirtschaft und Gesellschaft deutlich höher einzuschätzen. Die Neubewertung basiert auf den Erfahrungen bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie, die bereits im Frühjahr 2020 deutlich grössere wirtschaftliche und gesellschaftliche Beeinträchtigungen zur Folge hatte, schreiben die Autoren des Berichts. Doch nicht nur der zu erwartende Schaden fällt höher aus als ursprünglich gedacht, auch ist man sich einig, dass die Häufigkeit eines solchen Szenarios höher eingeschätzt werden muss als noch 2015. Die involvierten Fachleute begründeten dies mit den wachsenden Unsicherheiten bei der Energiewende im gesamteuropäischen Kontext.

Ausbau der Wasserkraft harzt
Die Unsicherheiten werden durch den harzigen Ausbau von erneuerbaren Energien verstärkt. Soeben hat das Bundesgericht den Ausbau der Wasserkraft im Grimselgebiet ausgebremst. Dies ist angesichts der sich abzeichnenden Strommangellagen im Winter besonders bedenklich. Auch der Ausbau der Windenergie kommt in der Schweiz nicht voran und der Solarenergie sind im Winterhalbjahr Grenzen gesetzt. Gleichzeitig titelt der Tages-Anzeiger «Es ist ohne fossile Energie machbar». So versprüht das Bundesamt für Energie weiterhin Optimismus, wenn es um die Energiewende geht. Die Klimaneutraliät soll durch einen forcierten Umstieg auf Wärmepumpen und Elektromobilität bis 2050 erreicht werden. Die Aussagen im Risikobericht zur Gefahr von Strommangellagen lässt diese Strategie in einem ziemlich schiefen Licht erscheinen. Ganzheitlichkeit sieht anders aus. Eine reine Stromstrategie zur Erreichung der Klimaneutralität ist zum Scheitern verurteilt. Ohne Wasserstoff und synthetische Treibstoffe geht es nicht.

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